04.09.2009

„Baustelle gleicht einer Wundertüte“

Investition Kita „Räuberberg“ erhält Verjüngungskur / Die 65 Kinder zogen vorerst in alte Grundschule um

NIEDERLEHME - Von der gewohnten Idylle auf dem Räuberberg ist in der ehemaligen Grundschule auf dem Kasernengelände in Ziegenhals nichts zu spüren. Dennoch fanden die 65 Kinder und neun Erzieherinnen der Kita „Räuberberg“ in diesem seit Anfang August bestehenden provisorischen Domizil inzwischen ihren Rhythmus. „Wir haben uns arrangiert – zuerst mit dem Hort und jetzt mit der Montessori-Schule“, sagt Gisela Lindemann, die bereits seit 1984 die Kita „Räuberberg“ leitet. So stünden genug Praktikanten bereit, um die unter dreijährigen Mädchen und Jungen auf den großen Fluren zur Toilette begleiten zu können. Auch an die Treppen bis hoch in den zweiten Stock habe man sich gewöhnt. Dennoch hoffen die Erzieherinnen, mit den Kindern so schnell wie möglich wieder auf „ihren“ Berg ziehen zu können. Das Kampfziel lautet Anfang Oktober. Doch ob dies klappt, kann gegenwärtig niemand sagen.

„Diese Baustelle erweist sich als eine wahre Wundertüte“, sagt Thomas Kropf von der H&H Bau in Deutsch Wusterhausen. So gebe es für diese 1927 errichtete Villa praktisch keine Baupläne, so dass man teilweise erst Wände und Decken öffnen müsse, um zu sehen, ob die Bausubstanz das Verlegen von Rohren überhaupt noch hergebe.

So zeigte sich beispielsweise, dass in einem Raum das in den 20er Jahren vor dem Putzen verwendete Rohrgeflecht so marode ist, dass dort erst eine neue Trockenbaudecke eingezogen werden muss. Ursprünglich war auch nicht vorgesehen, die komplette Elektrik zu erneuern. Dies erwies sich aber im Interesse der Sicherheit der Kinder als unumgänglich, so dass sämtliche Wände aufgestemmt werden mussten. Firma MALEREI SCHOTT aus Storkow freut es. Ihr Auftrag hat sich inzwischen vervielfacht.

Rauchmelder und eine zweite Fluchttreppe wurden auch ein- beziehungsweise angebaut. Zudem installierten die Mitarbeiter der Fürstenwalder SHL eine neue Heizungsanlage auf dem Dachboden. Jetzt bohren und hämmern sie, um neue Rohre für die Wasserleitungen zu verlegen. „Fast zwei Container Alt-Rohre haben wir hier entsorgt“, sagt Vorarbeiter Detlev Christoffel. Dann kommt eine Toilettenanlage dran. Hier werden zur Freude der Erzieherinnen auch zwei für Krippenkinder geeignete Toilettenbecken eingebaut, die die Töpfchen weitgehend ablösen sollen. „Diese Mini-Becken sind nicht einmal 30 Zentimeter hoch“, schmunzelt Christoffel.

„Bisher haben wir viel in Eigenleistung gemacht“, sagt die Kita-Leiterin. Aber irgendwann sei es mit dem nur ausbessern vorbei. Jetzt seien die Räume leer, so dass die Handwerker freie Bahn hätten. (Von Franziska Mohr)

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